Foto: Currenta/Kreis Heinsberg
Zum Gruppenfoto trafen sich die Teilnehmer vor dem Großtanklöschfahrzeug (G-TLF) der Werkfeuerwehr Chempark (rechts) und dem Mehrzweck- und Notfall-Bus des Kreises Heinsberg.
Besuch bei der Werkfeuerwehr CHEMPARK am Standort Dormagen
Heinsberg/Dormagen. Wie lässt sich die Stabsarbeit im Katastrophenschutz des Kreises Heinsberg noch strukturierter, moderner und schlagkräftiger aufstellen? Mit dieser zentralen Frage im Gepäck besuchte der Arbeitskreis „Stab und Multiplikatoren“ aus dem Bereich Katastrophenschutz des Kreises Heinsberg die Werkfeuerwehr CHEMPARK am Standort Dormagen (früheres Bayer-Gelände).
Der CHEMPARK ist ein gemeinsames Produktionsareal mehrerer Chemieunternehmen. Die ehemaligen -„Bayerwerke“ Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen bilden heute den CHEMPARK. Gemeinsam bündeln sie Know-how, schaffen mehr Effizienz und mehr Nachhaltigkeit. Die einzelnen Unternehmen produzieren hier im Stoffverbund oft für ihren direkten Nachbarn, dadurch entfallen z.B. aufwändige Transportwege.
Ziel des fachlichen Austauschs war es, wertvolle Impulse aus einer hochspezialisierten Industrie-Gefahrenabwehr für die eigene Struktur und Arbeitsweise im Kreis Heinsberg mitzunehmen.
Unter der Leitung von Thomas Hoffmann, dem Leiter des Feuerschutzzentrums (FSZ) des Kreises Heinsberg in Erkelenz, nutzte eine Experten-Delegation aus allen sechs Stabsfunktionsbereichen die Gelegenheit zum intensiven Blick über den Tellerrand.
Organisiert wurde der Informationstag federführend von Florian Just (Feuerwehr Hückelhoven), der hauptberuflich bei der Werkfeuerwehr CHEMPARK tätig ist, einer der größten Werkfeuerwehren in Deutschland mit Standorten in Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen.
Einblicke in moderne Führungsstrukturen und innovative Technik
Die Tagesordnung bot den Teilnehmenden ein umfangreiches Programm. Neben Einblicken in die Einsatzleitung und einem fundierten Austausch über Stabsstrukturen stand vor allem die Trennung der jeweiligen Stabsaufgaben im Fokus: Bei der Werkfeuerwehr führt der operativ-taktische Stab die Einsatzkräfte direkt vor Ort an der Einsatzstelle, während der administrativ-organisatorische Stab den rechtlichen und administrativen Bereich abdeckt und die Kommunikation mit den Behörden und betroffenen Unternehmen steuert.
Im Gegensatz dazu wird im öffentlichen Katastrophen- und Zivilschutz sowie in größeren Kommunen und Unternehmen strikt zwischen der operativ-taktischen („Blaulicht-Ebene“) und der administrativ-organisatorischen Ebene („Verwaltungsebene“) unterschieden. Ein Krisenstab ist eine besondere Aufbauorganisation welche bei außergewöhnlichen und komplexen Ereignissen (Katastrophen, Großschadenslagen, Pandemien, Cyberangriffen) die Steuerung übernimmt. Der Krisenstab entlastet damit die reguläre Aufbauorganisation, indem er die Entscheidungen bündelt, Informationen bewertet und Maßnahmen ableitet.
Besonders großes Interesse rief die Vorstellung eines eigens entwickelten Tools zur digitalen Dokumentation des administrativ-organisatorischen Krisenstabs hervor. Ein Ansatz, der auch für die Weiterentwicklung der Ablagestrukturen und einheitlichen Vorlagen im Kreis Heinsberg wichtige Denkanstöße lieferte.
Neben dem Austausch stand auch eine Besichtigung der modern ausgestatteten Krisenstabsräume auf der Tagesordnung. Diese überzeugten vor allem durch Ihre technische Ausstattung mit verschiebbaren Whiteboards, höhenverstellbaren Tischen und Stehhilfen. Die Ausstattung ist speziell auf die Dynamik und benötigte Flexibilität für die verschiedenen Lagen ausgerichtet.
Aber auch eine Besichtigung zweier außergewöhnlich leistungsstarker Löschfahrzeuge durfte auf der Tagesordnung nicht fehlen. Mit einem Großtanklöschfahrzeug (GTLF) und einer speziellen Teleskopmastbühne (TMB 42) wurde die operative Leistungsfähigkeit der Werkfeuerwehr CHEMPARK eindrucksvoll demonstriert.
Nach ersten Gruppenstatements und Fragen aus den Teams schloss der Tag mit einem gemeinsamen Gruppenfoto und einem Essen in der Werkskantine ab.
Multiplikatoren als Fundament für die Zukunft des Katastrophenschutzes
Der Kreis Heinsberg stellt derzeit seine Stabsarbeit auf ein noch stabileres und einheitlicheres Fundament. In Abstimmung mit der Kreisbrandmeisterei unter der Leitung von Klaus Bodden wurden dafür gezielt Multiplikatoren benannt, die ihr Fachwissen aus aktuellen Seminarangeboten des Instituts der Feuerwehr NRW (IdF NRW) einbringen. Die Fachexperten decken sämtliche standardisierten Stabsfunktionen ab:
S 1 (Personal/Innerer Dienst)
S 2 (Lage)
S 3 (Einsatz/Strategie)
S 4 (Versorgung/Logistik)
S 5 (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/ Krisenkommunikation)
S 6 (Information und Kommunikation/IT)
Diese Teams arbeiten daran, einheitliche Arbeitsweisen für jedes Sachgebiet zu definieren, Vorlagen zu standardisieren und neue Kolleginnen und Kollegen, die im Katastrophenschutz des Kreises Heinsberg tätig sind, systematisch einzuarbeiten.
Die beim Besuch gewonnenen Erkenntnisse sollen nun zügig in die Praxis überführt werden. Im Mittelpunkt des nächsten Treffens wird die konkrete Darstellung der Ideen und -Lösungsansätze für die Stabsarbeit im Kreis Heinsberg stehen, aufgeteilt nach den jeweiligen S-Funktionen.
„Der Besuch im CHEMPARK hat uns eindrucksvoll gezeigt, wie moderne Technik, flexible Raumkonzepte und klare Stabsstrukturen ineinandergreifen“, resümiert Thomas Hoffmann, Leiter des Feuerschutzzentrums des Kreises Heinsberg in Erkelenz. „Wir nehmen wertvolle Lehren mit nach Hause, um den Katastrophenschutz und die Krisenstabsarbeit im Kreis Heinsberg zukunftssicher und bestmöglich für den Ernstfall aufzustellen.“
Quelle: PM Kreis Heinsberg














