Achtung Reh! Jetzt schön langsam fahren und mit Nachzüglern im Wildwechsel rechnen.
Berlin (dpa). An Feldern, Wiesen und Wäldern müssen Verkehrsteilnehmer besonders im Spätsommer und Herbst mit mehr Wildwechsel rechnen. Dann steigt die Gefahr, dass Wildschweine, Hirsche oder Rehe plötzlich vor das Auto springen.
Um Kollisionen und Unfällen vorzubeugen, sollten Autofahrer auf unterschiedliche Signale achten, etwa auf Warnschilder: Ein rotes Dreieck mit springendem Hirsch weist auf Stellen hin, an denen Wildtiere häufig die Straße überqueren.
Genau beobachten und immer bremsbereit sein
Insbesondere an solchen ausgeschilderten Stellen, aber auch an unübersichtlichen Wiesen und Waldrändern, sollten Autofahrer ihre Geschwindigkeit reduzieren, die Wegränder beobachten und jederzeit bremsbereit sein. Dazu rät der Auto Club Europa (ACE).
Abgesehen von den Warnschildern gibt es aber noch weitere indirekte Hinweise, die auf ein vermehrtes Vorkommen von Wildtieren hinweisen. Dazu gehören etwa Hochsitze am Fahrbahnrand, Umzäunungen sowie Wildwarnreflektoren.
Risiko in den frühen Morgen- und Abendstunden am größten
Wenn die Sonne früher untergeht, sind oft die dämmerungsaktiven Wildtiere zeitgleich mit Berufspendlern unterwegs. So steigt das Risiko, dass Pendler im Auto Wildtieren auf der Straße begegnen. In den frühen Morgen- und Abendstunden ist eine Begegnung laut ADAC am wahrscheinlichsten.
Hinzu kommt in der Erntezeit, das laute, landwirtschaftliche Maschinen die Wildtiere aufschrecken können. Daher sollten Autofahrer laut ACE auch neben Feldern, die gerade abgeerntet werden, besonders vorsichtig fahren. Auch hohe Mais- oder Getreidepflanzen neben der Fahrbahn können die Sicht versperren, daher müssen Autofahrer bei dicht bewachsenen Fahrbahnrändern damit rechnen, dass Wildtiere besonders plötzlich auf die Straße springen.
Tief stehende Sonne und rutschige Fahrbahn sind Extra-Risiken
Die Situation kann sich noch einmal verschärfen, wenn die Sonne tief steht, also die Sicht eingeschränkt ist, oder die Fahrbahn etwa durch Regen, Herbstlauf oder Schmutz rutschig ist.
Hinzu kommen laut TÜV Nord die Paarungszeiten der Wildtiere - bei den Rehen ist sie nur im Sommer, bei Hirschen dauert sie aber von September bis Ende Oktober. Und bei Wildschweinen erstreckt sich der Zeitraum ungefähr von November bis Januar. Dann reagieren die Wildtiere im Zweifel noch unvorhersehbarer als sonst schon, wenn sie etwa bei einer Begegnung nicht auf kürzestem Weg die Fahrbahn verlassen, sondern erst einmal vor dem Fahrzeug herlaufen.
Was tun, wenn plötzlich ein Wildtier auftaucht?
Wildtiere können auch weder die Geschwindigkeit noch die Entfernung eines Autos zuverlässig einschätzen. Deshalb können die Tiere in einem Moment noch am Straßenrand stehen und dann im nächsten Moment plötzlich vor ein Auto laufen. Und dann? In so einer Situation rät der ACE:
- Hupen kann helfen, das Tier von der Fahrbahn zu vertreiben.
- Unbedingt das Fernlicht ausschalten, denn geblendete Wildtiere neigen dazu, sich nicht mehr zu bewegen.
- Notfalls besser eine kontrollierte Vollbremsung hinlegen und dabei das Lenkrad gut festhalten, als ein riskantes Ausweichmanöver zu vollziehen, bei dem man schlimmstenfalls im Gegenverkehr oder vor einem Baum landet.
Wichtig: Wer ein Tier sieht, muss damit rechnen, dass weitere Artgenossen folgen. Denn Rehe, Wildschweine und Hirsche sind selten allein unterwegs.


