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Kreis Heinsberg & Region

Wenn jede Minute zählt: Suchhunde trainieren den Ernstfall in der Wohnstätte Kirchhoven 

Foto: © Lebenshilfe Heinsberg e.V. – Andrea Jacobi

Spürnase im Einsatz: Die Suchhündin von Farina Kratzenberg findet bei der Übung nahe dem Lago Laprello die vermisste Person Marcel Tellers. 




Heinsberg-Kirchhoven. Bereits im Herbst vergangenen Jahres trainierten die ehrenamtlichen Teams der K9pro Vermisstensuche e.V. erstmals in einem Haus der Lebenshilfe Heinsberg. Damals jedoch ohne Beteiligung von Klientinnen und Klienten. 

Am Samstag, den 28. Februar, folgte nun der nächste Schritt: In einer Wohnstätte in Kirchhoven wurde der Ernstfall erneut trainiert – diesmal unter aktiver Einbindung unserer Bewohnerinnen und Bewohner sowie freiwilliger Klientinnen und Klienten. Der gesamte Trainingstag wurde zudem vom WDR begleitet und filmisch dokumentiert. 

Training unter realistischen Bedingungen 

Ziel der Übung war es, realitätsnah zu proben, was im Fall einer vermissten Person schnell, strukturiert und koordiniert geschehen muss. Anders als bei der ersten Übung standen diesmal die Bewohnerinnen und Bewohner selbst im Mittelpunkt des Geschehens: Sie lernten die Hunde und Hundeführer persönlich kennen, konnten Fragen stellen und die Arbeit der sogenannten Mantrailer hautnah miterleben. 

Suchhunde – sogenannte Mantrailer – sind speziell darauf trainiert, den individuellen Geruch eines Menschen aufzunehmen und selbst über weite Strecken hinweg zu verfolgen. Anhand eines Geruchsträgers, etwa eines Kleidungsstücks oder persönlicher Gegenstände, folgen sie der Spur über Asphalt, Wiesen, Wälder oder durch bebaute Gebiete. Dabei filtern sie den spezifischen Geruch der gesuchten Person aus einer Vielzahl anderer Gerüche heraus und zeigen durch Körpersprache, Tempo und Richtungswechsel an, wo die Spur entlangführt. 

Viele der eingesetzten Suchhunde werden bereits seit dem Welpenalter behutsam an ihre spätere Aufgabe herangeführt und systematisch ausgebildet. Über Monate und Jahre hinweg trainieren Hund und Hundeführer regelmäßig gemeinsam, festigen Abläufe und bauen ein tiefes Vertrauensverhältnis auf. Denn nur wenn der Mensch seinen Hund wirklich lesen und dessen feine Signale richtig deuten kann, entsteht ein unschlagbares Zweierteam. Dieses eingespielte Zusammenspiel war für alle Anwesenden eindrucksvoll zu. 

Bemerkenswert ist zudem, dass diese Hunde selbst noch nach Wochen in der Lage sind, Spuren einer vermissten Person aufzunehmen – eine Fähigkeit, die im Ernstfall entscheidend sein kann. 

Fälle, die niemand vergisst 

Fälle wie der des vermissten autistischen Jungen Pawlos, über den der WDR berichtete, oder die tragische Suche nach einem Angler aus Alsdorf sind vielen noch präsent. In beiden Fällen waren die Suchhunde der K9 im Einsatz und konnten die vermissten Personen orten. Mit ihrem professionellen Einsatz unterstützten sie die Angehörigen und trugen entscheidend dazu bei, Gewissheit zu schaffen. 

Solche Einsätze verdeutlichen, wie wichtig vorbereitete Strukturen, eingespielte Abläufe und starke Partnerschaften sind. Die K9 kann jederzeit auch privat – parallel zur Polizei – angefordert werden, um bei der Suche nach vermissten Personen zu helfen. Für betroffene Familien ist es ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass erfahrene Teams bereitstehen, wenn jede Minute zählt. 

Sicherheit durch Vorbereitung 

Für die Wohnstätte in Kirchhoven bedeutet das heutige Training weit mehr als eine Übung. Wohnstättenleiterin Lisa Kordysiak betonte, dass sie und ihr Team die Bewohnerinnen und Bewohner seit Wochen auf den Besuch vorbereitet haben. Entsprechend groß war die gespannte Vorfreude. 

Die Übung bot allen Beteiligten einen doppelten Mehrwert: Zum einen wurde der Ernstfall unter realistischen Bedingungen trainiert, zum anderen konnten Aufregung und Unsicherheiten gegenüber neuen Situationen abgebaut werden. Die Bewohner lernten die Hunde als hochkonzentrierte, freundliche Helfer kennen und begegneten den Hundeführerinnen und Hundeführern in einer vertrauensvollen Atmosphäre. 

Heute trainieren wir „nur“ den Ernstfall – doch es ist ein starkes Zeichen von Verantwortung, vorbereitet zu sein. Dass der WDR diesen Tag begleitet hat, unterstreicht die gesellschaftliche Bedeutung solcher Kooperationen. Die Begegnung mit den engagierten Mensch-Hund-Teams hat einmal mehr gezeigt: Früh ausgebildet, intensiv trainiert und fest aufeinander eingespielt, können Mensch und Hund im Ernstfall entscheidend helfen – und im besten Fall Leben retten.

Quelle: PM Lebenshilfe Heinsberg e.V.

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