© Kurt Stieding
Verabschiedung der Teilnehmenden
Wassenberg. Am Wochenende nach Christi Himmelfahrt fanden in Wassenberg die Europatage 2026 statt, die gemeinsam mit den Partnerstädten Pontorson (Frankreich) und Highworth (Großbritannien) gefeiert wurden. Organisiert wurden der mehrtägige Besuch der Gäste aus den Partnerstädten und verschiedene Programmpunkte sowie der Festakt zum Abschluss durch das Partnerschaftskomitee Wassenberg. Das Himmelfahrtswochenende stand dabei ganz im Zeichen der Völkerfreundschaft. „Wenn jede Stadt so etwas hätte, dann gäbe es keine Kriege!“ So fasste ein Teilnehmer die Bedeutung von Städtepartnerschaften zusammen, bevor sich die insgesamt 86 Gäste im Alter von 8 bis 88 Jahren aus den Partnerstädten Wassenbergs, Pontorson und Highworth, von ihren Gastgebern verabschiedeten. Sie hätten sich gewünscht, dass die viertägigen Europatage noch nicht zu Ende wären.
Am Donnerstag (14. Mai) kamen die Gäste mit je einem Bus aus Frankreich und England in Wassenberg an und wurden von ihren gastgebenden Familien herzlich empfangen. Dort verbrachten sie den Abend, dort mischten sich die Sprachen und dort feierte man das Wiedersehen oder lernte sich erstmals kennen.
Am Freitag (15. Mai) machten sich Gäste und Gastgeber auf nach Aachen, in die Stadt Karls des Großen, wo am Vortag der Karlspreis vergeben worden war – nicht jedoch, ohne am Tagebau Jackerath auf dem Skywalk gewesen zu sein.
In Aachen warteten eine Stadtführung, eine Domführung oder eine Führung im Internationalen Zeitungsmuseum, dessen Gründung auf den Wassenberger Forckenbeck zurückgeht. Und natürlich genoss man die Atmosphäre dieser Stadt, in der im Jahr 2019 der Elyséevertrag erneuert und hierdurch zum Vertrag von Aachen wurde.
Das Tagesprogramm am Samstag (16. Mai) gestalteten die Familien zusammen mit ihren Gästen. Entsprechend unterschiedlich waren die Ideen: Man schloss sich beispielsweise der Stadtführung von Sepp Becker in Wassenberg an, wanderte durch das Schaagbachtal, besichtigte den Spargelbetrieb Zegra, fuhr in den Wuppertaler Zoo oder ins Glasmalereimuseum Linnich.
Der Abend begann schließlich mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Kreuzkirche, bevor fast 200 Menschen beim Festakt im Forum der Betty-Reis-Gesamtschule Europaschule feierten, dass die Partnerschaft mit Pontorson bereits vor 58 Jahren, die mit Highworth vor 16 Jahren offiziell besiegelt wurde. In der musikalisch von WassenJazz gestalteten Feier hob Bürgermeister Marcel Maurer hervor: „Städtepartnerschaften sind Plattformen des Dialogs und die Wurzeln gemeinsamer europäischer Werte.“ Er betonte: „Wenn Europa in dieser Welt bestehen will, Freiheit und Wohlstand bewahren will, dann muss es stark sein.“ Noelle Desgranges, stellvertretende Bürgermeisterin aus Pontorson und langjähriges Mitglied des dortigen Partnerschaftskomitees, formulierte es so: „Über das gesellige Wiedersehen hinaus dient unsere Städtepartnerschaft der europäischen Solidarität und der Zusammenarbeit zwischen den Kulturen. In diesen schwierigen Zeiten ist es wichtiger denn je, als Völker über Grenzen hinweg zusammenzuhalten.“ Karin Hilgers, Vorsitzende des Wassenberger Partnerschaftskomitees, fasste zusammen: „Genießen wir es, dass wir uns mit Vertrauen, Offenheit und gegenseitiger Wertschätzung begegnen und so den Zusammenhalt in Europa zumindest im Kleinen stärken.“
Für Highworth überreichte Richard Pearce ein nach einem Luftbild seiner Stadt gezeichnetes Bild an die beiden befreundeten Partnerschaftsvereine und freute sich, dass das Zusammenkommen gleichgesinnter Menschen aus verschiedenen Ländern in dieser Dreieckspartnerschaft möglich war.
Am Ende der Feier wurde Hélène Macé als Präsidentin des Pontorsoner Partnerschaftskomitees verabschiedet, das sie mehr als 15 Jahre lang in der Nachfolge ihres kürzlich verstorbenen Vaters, Claude Durant, geleitet hatte. Der Wassenberger Ehrenbürger und Präsident des Partnerschaftspräsidiums bei der Stadt Wassenberg Sepp Becker würdigte ihre Verdienste und hob ihre Verbundenheit mit Wassenberg hervor.
Die Europatage gingen mit einem gemeinsamen Abendessen, vielen Gesprächen, Musik und guter Laune zu Ende. Mit vielen Erinnerungen an ein überaus gelungenes Wochenende, zahlreiche Begegnungen und Inspirationen werden die Europatage nachwirken und Vorfreude wecken auf die Besuche in Pontorson am Himmelfahrtswochenende 2027 und in Highworth im Herbst 2027.
Das Partnerschaftskomitee freut sich stets über Interessierte und Unterstützung. Mehr Informationen über die Partnerschaftsarbeit unter: https://www.wassenberg.de/buerger/europaaktivitaet/partnerschaftsarbeit/.














