Foto: Nosh Neneh
Ina van Zyl in ihrem Atelier.
Heerlen (NL). In diesem Sommer präsentiert das SCHUNCK Museum in Heerlen die erste große niederländische Retrospektive Where Are You From der Malerin Ina van Zyl (1971). Ab dem 16. Juni 2026 sind im ikonischen Glaspaleis in Heerlen fast 30 Jahre Schaffen der Künstlerin zu sehen, von ihren frühen südafrikanischen Comics bis hin zu aktuellen Gemälden.
Seit Jahrzehnten ist Ina van Zyl Teil der Collectie Nederland. Ihre Werke befinden sich unter anderem im Rijksmuseum und im Stedelijk Museum Amsterdam, im Centraal Museum Utrecht, im Dordrechts Museum, im Kunstmuseum Den Haag sowie in der Sammlung von SCHUNCK, das zwei Werke von ihr besitzt. Dennoch fehlte bisher eine Ausstellung, in der ihre Entwicklung auf einen Blick sichtbar wird. In Heerlen wird diese Entwicklung nun erstmals vollständig -präsentiert.
Van Zyl ist bekannt für ihre extremen Nahaufnahmen von Haut, Zehen, Blumen und Alltagsgegenständen. Was aus der Ferne fast abstrakt wirkt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Körper, eine Frucht oder Blume. Ihr Werk bewegt sich zwischen Schönheit und Unbehagen. Je länger man hinschaut, desto mehr kippt das Bild.
Ina & Aad
Das Besondere an dieser Ausstellung ist der Dialog mit Aad de Haas, einem der bekanntesten Künstler der Region. Ina van Zyl wählte persönlich fünfzehn Werke von De Haas aus, die aus der Sammlung von SCHUNCK und aus Leihgaben stammen. Van Zyl empfindet eine starke Verbundenheit mit seinem Werk, sowohl in Themen wie Sehnsucht, Herkunft, Porträt und Landschaft als auch in der Farbgebung. Vor allem das frühe Werk von De Haas spricht sie an: Die Farben passen überraschend gut zu ihrer eigenen Palette. Die Präsentation bringt so zwei Generationen zusammen. Kenner von Aad de Haas lernen das Werk von Van Zyl kennen und umgekehrt. Zu ihrer Auswahl verfasst Van Zyl zudem eine persönliche Erläuterung, in der sie ihre Sicht auf De Haas teilt.
Künstler aus der Region
Gleichzeitig sind im Glaspaleis mehrere Präsentationen von Künstlern aus Limburg zu sehen. In der Vitrine zeigt Gladys Zeevaarders (Kerkrade) „Mein Freund, der Baum“: eine Auswahl neuer Werke, in denen die Wechselwirkung zwischen Mensch, Tier und Natur auf der Brunssumerheide im Mittelpunkt steht. Im Atrium realisiert Charlotte Koenen (Maastricht) „Afterimage“, eine Installation rund um Waschplätze aus dem 19. Jahrhundert. Im Treppenhaus realisiert und präsentiert Romy Finke „STAIRCASE“: neue Sammlungsarbeiten, die eine besondere Perspektive auf die Stadt und die Rolle der Sammlung als Mittel zur öffentlichen Reflexion und zum Staunen bieten. In ihrer Rolle als Community-Kuratorin lud sie zudem Künstler*innen ein, die ihr persönlich und beruflich nahestehen: Karin Peulen, Nieke Lemmens, Nonzuzo Gxekwa und f (Romy, Francy und Petra Finke).
Begleitprogramm
Genau wie in der Ausstellung stehen auch im Programm Themen wie Körperlichkeit, Stille und die Grenze zwischen Schönheit und Unbehagen im Mittelpunkt. Besucher können das Werk von Ina van Zyl auf verschiedene Weise erleben: von vertiefenden Führungen bis hin zu besonderen Aktivitäten in den Museumsräumen selbst. So organisiert SCHUNCK unter anderem Yoga zwischen den Gemälden, eine Achtsamkeitsführung, einen Tag der Stille und eine -Silent Reading Party im Glaspaleis. Darüber hinaus gibt es eine neue Sommerausgabe des Frictions Festivals und ein Filmprogramm in Zusammenarbeit mit dem Filmhaus De Spiegel. Während der Laufzeit werden neue Aktivitäten hinzugefügt. Das aktuelle Programm findet man unter schunck.nl.
Quelle: PM SCHUNCK














