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Digitale Dienste im Auto: Auf Folgekosten achten

Foto: ADAC/Abgedreht/dpa-mag

Viele digitale Funktionen im Auto sind am Anfang kostenlos. Der ADAC und die Fachzeitschrift «c’t» warnen aber vor zuweilen intransparenten Folgekosten.

Hannover/München (dpa). Die Digitalisierung ist auch im Auto weit vorgeschritten: Navigation, Echtzeitverkehr, App-Steuerung oder der Datenzugriff aufs Auto sind möglich. Kaum noch überschaubar sind die Funktionen, die auf diesem Weg in ganz modernen Autos parat stehen können - zuweilen als Abo. 

Der ADAC und die Fachzeitschrift «c’t» (Heft 4 2026) warnen daher vor zuweilen intransparenten Folgekosten und präsentieren die Ergebnisse einer gemeinsamen Analyse.

16 Automarken wurden zum Thema Datenkonnektivität befragt. Manche Dienste muss man von vornherein bezahlen und andere sind zunächst kostenlos - teils aber nur eine kurze Zeit lang. Nach dem Ablauf können Abokosten von noch einstelligen Beträgen im Monat bis zu mehreren Hundert Euro im Jahr folgen.

Die meisten Funktionen liegen zwar im Komfortbereich von Navigation und Infotainment. Doch teils sind sie laut «c’t» durchaus auf der Schnittstelle zwischen Komfort und Sicherheit angesiedelt. Etwa, wenn es im Einzelfall bei bestimmten Modellen um Funktionen wie adaptives Fernlicht oder einen Anhänger-Rangierassistenten geht.

Bitte gut informieren - nicht immer ist das aber gut möglich

Nicht immer würden aber die Kunden «ausreichend» über die Kosten und die Laufzeiten aufgeklärt - «Preise und Leistungsumfänge sind intransparent», bemängelt die Fachzeitschrift. Zudem verfolgt laut ADAC fast jeder Hersteller eine individuelle Strategie, was die Vergleichbarkeit erschwert. Und es gebe ein großes Gefälle unter den Herstellern, was die Abo-Gestaltung anbelangt.

So raten die Experten, sich vor dem Kauf eines Neuwagens oder jungen Gebrauchten so gut wie möglich über Gratisphasen und Folgekosten zu informieren. Man sollte man sich vom Händler schriftlich dokumentieren lassen, welche digitalen Funktionen dauerhaft im Kaufpreis enthalten sind.

Speziell, wer einen jungen Gebrauchten kaufen will, sollte sich vor dem Abschluss genau informieren, welche Dienste an Bord sind und wie lange sie noch laufen - oder sogar schon abgelaufen sind.

Die Krux: «Da die Hersteller oft nicht einmal über ihre eigene Produktpalette hinweg konsistente Angebote unterbreiten, ist ein Vergleich der digitalen Dienste schon beim Fahrzeugneukauf kaum möglich», wird «c’t»-Redakteur Sven Hansen in einer Mitteilung zitiert.

Für manche Funktionen kann man Drittanbieter nutzen

Ferner sollte man zumindest gewisse kostenpflichtige Funktionen hinterfragen: Braucht man sie wirklich dauerhaft und könnte nicht auch eine App eines Drittanbieters eine vergleichbare Leistung bringen? Im Bereich Infotainment ist das möglich. So nennt «c’t» kostenlose Basis-Apps wie Google Maps als Beispiel. 

Es gibt auch kostenpflichtige Alternativen, die aber günstiger sind als manche Originalangebote. Aber das hat seine Grenzen: «Drittanbieter können nur eingeschränkt auf Fahrzeugdaten zugreifen, was die Abhängigkeit vom Hersteller erhöht», schränkt die Fachzeitschrift ein.

So unterschiedlich gehen Hersteller laut der Analyse vor

Ein Beispiel für digitale Dienste ist der Remote-Zugriff auf Fahrzeugdaten, je nach Marke stehen verschiedene Funktionen zur Verfügung - etwa die Standortabfrage aus der Ferne oder die Steuerung der Klimaanlage via App. Diese Services sind laut ADAC häufig für mehrere Jahre gratis: Während sie bei einigen Herstellern für drei Jahre lang nichts kosten, sind sie bei anderen für zehn Jahre oder sogar für das gesamte Fahrzeugleben lang kostenlos.

Auch für Navigation und einige Infotainment-Features müssen Kunden nach einer gewissen kostenlosen Laufzeit bezahlen - die endet mancherorts nach wenigen Monaten, bei anderen nach mehreren Jahren. Bei einem Hersteller allerdings sind die Preise laut ADAC nach Ablauf der kostenlosen Phase im Jahr 2027 noch gar nicht bekannt. Ein anderer hätte angekündigt, seine Kunden erst kurz vor Ablauf der vierjährigen Gratisphase informieren zu wollen.

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