Autobranche setzt auf Transformationsfonds mit privatem Kapital

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die deutsche Automobilindustrie berät intensiv über die Möglichkeit, mithilfe von Fonds notleidenden Zuliefer-Unternehmen beim Strukturwandel zu helfen.

Dabei setzt der Verband auf privates Kapital und lehnt teilstaatliche Fondslösungen, wie sie bei der IG Metall, der SPD und den Grünen diskutiert werden, ab, berichtet das „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe) unter Berufung auf eigene Informationen. „Es werden viele Gespräche geführt, wie ein Fonds ausgestaltet werden kann“, sagte die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, im Vorfeld des sogenannten „Autogipfels“ der Zeitung.

Da sich die Branche „ausdrücklich“ zum Pariser Klimaschutzabkommen verpflichte, sei die Frage, wie sich auch privates Kapital aktivieren lasse, „um Fondsmodelle zu realisieren, die Zulieferern und anderen die Transformationsphase erleichtern“. Derartige Fonds würden renditeorientiert investieren und seien „keine charitativen Programme“, so Müller. „Aber ich werbe dafür, dass wir ganz neue Ideen und Partnerschaften ausprobieren.“

Von „Transformations- und Risikokapital“ ist im Verband die Rede. Müller verwies darauf, dass in den kommenden zwei Jahren allein „50 Milliarden Euro in neue Antriebe investiert werden und 25 Milliarden Euro in die Digitalisierung“ fließen sollten. Corona sei aber „ein Beschleuniger, der die beabsichtigten Transformationspläne in weiten Teilen obsolet“ mache und sich als somit als „negativer Beschleuniger“ auswirke.

Hintergrund ist, dass vielen kleineren Zulieferern inzwischen die finanzielle Kraft fehlt, um noch in die Umstrukturierung vom Verbrennungsmotor hin zu elektrifizierten und stark digitalisierten Fahrzeugen zu investieren, berichtet das Blatt.