Kreis Heinsberg: Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners

Heinsberg.  Der Kreis Heinsberg und die kreisangehörigen Städte und Gemeinden sowie die Städte Baesweiler, Jülich, Würselen und der Kreis Düren werden in den kommenden Wochen wieder eine gemeinsame vorbeugende Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners an Eichenbäumen durchführen. Verkehrsteilnehmer werden deshalb gebeten, auf entsprechend gekennzeichnete Einsatzfahrzeuge zu achten. In diesem Jahr werden rd. 10.300 Eichenbäume entlang von Verkehrsstraßen und auf öffentlichen Grünflächen behandelt. Die Arbeiten zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners starten in diesem Jahr voraussichtlich ab der 19. Kalenderwoche. Während der Besprühung der Eichenbäume in den hellen Tages- und Abendstunden (bis etwa 21.00 Uhr) muss aufgrund der eingesetzten Sprühturbine kurzzeitig mit Beeinträchtigungen gerechnet werden.

Die Raupenhaare des Eichenprozessionsspinners stellen eine gesundheitliche Gefährdung für Menschen dar. Bei Berührung mit den Brennhaaren können diese eine allergische Reaktion auslösen. Auch die nach der Häutung der Raupen zurückbleibenden alten Larvenhäute besitzen weiterhin eine hohe Konzentration an Brennhaaren. Durch Mäh- und Unterhaltungsarbeiten in den Grünflächen können diese Brennhaare wieder aufgewirbelt werden und zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Der Eichenprozessionsspinner kommt an allen Eichenbaumarten vor, insbesondere in unserer Gegend an den europäischen Arten der Stiel- und Traubeneiche. Er tritt in warm-trockenen Regionen insbesondere im Tiefland auf. Eine vorsorgliche Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ist unter Abwägung aller Aspekte die zum Schutz der Bevölkerung verhältnismäßigste Lösung.

Mit der Durchführung der Präventionsmaßnahme wurde durch den Kreis Heinsberg ein Fachunternehmen beauftragt. Besprüht werden die Eichenbäume mit dem Biozid „Foray ES“. Dieses Mittel hat eine Zulassung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und basiert auf bestimmten Stämmen des sog. Bacillus thuringiensis (BT). Das Biozid wirkt als Fraßgift. Es tötet nur bestimmte Raupen und nicht Nutzinsekten wie beispielsweise Marienkäfer. Die Raupen nehmen die zunächst ungiftige Vorstufe des Wirkstoffs beim Fressen der jungen Eichenblätter auf. Erst zu einem späteren Zeitpunkt bildet der Bazillus den eigentlichen Wirkstoff und löst das Absterben des Eichenprozessionsspinners aus. Der Vorteil dieses Mittels besteht darin, dass beim Versprühen des Biozids dieses für den Menschen vergleichsweise unbedenklich ist. Vorsorglich wird jedoch empfohlen, als Passant dem Sprühnebel auszuweichen sowie als Anwohner beim Vernehmen der Sprühturbine für die Zeit der Bekämpfungsmaßnahme die Fenster des Wohnhauses zu schließen.

Pressemitteilung Kreis Heinsberg