Spenden aus Gangelt für Romafamilien in Rumänien

Mit der Unterstützung von „Generation hilft“ macht sich Michael Dohmen aus Birgden auf den Weg nach Hermannstadt, um das Kinderhilfsprojekt von Jenny Rasche zu unterstützen.                                 
Gangelt. Spielzeug, Kleidung und Lebensmittel – die Liste der benötigten Hilfsgüter ist lang. Entsprechend groß ist die Freude, als Michael Dohmen mit einem voll beladenen Transporter in Rumänien ankommt.

Michael Dohmen leitet die Janusz-Korczak-Schule in Heinsberg. Bei einem Roadtrip im Sommer dieses Jahres lernt er Jenny Rasche kennen. Seit 2007 kämpft sie mit ihrem Verein „Kinderhilfe für Siebenbürgen e.V.“ in Hermannstadt, rumänisch Sibiu, für Chancengleichheit der Roma. Ihr Verein finanziert sich in erster Linie durch Patenschaften, Förderpatenschaften und Spenden. Wegen der Corona-Pandemie wagen nicht mehr viele Hilfstransporter den Weg von Deutschland nach Rumänien. Zu groß sind die Unwägbarkeiten – der Weg führt durch Corona-Risikogebiete und durch Ungarn mit seinem umstrittenen Premier Viktor Orbán. „Die Corona-Pandemie setzt Jenny Rasche zu“, berichtet Michael Dohmen. Deshalb beschließt er, unbürokratisch zu helfen, sammelt Spenden von Freunden, Nachbarn und Verwandten. Für den Transport nimmt er Kontakt zu „Generation hilft“ auf. Der Förderverein der Heinrichs Gruppe stellt ihm einen Transporter zur Verfügung und übernimmt die Tankkosten für die Fahrt. Und so startet Michael Dohmen zu Beginn der Herbstferien in Richtung Hermannstadt.

Mehr als 20 Stunden ist er unterwegs, bis der Transporter auf das Gelände des Kinderheims von Jenny Rasche rollt. Michael Dohmen und ein Student der Sozialarbeit, der ihn begleitet, fahren nach einem kurzen Aufenthalt zunächst weiter nach Saros, rund 80 Kilometer östlich von Sibiu. „Die Menschen hier haben keinen Zugang zu Trinkwasser, deshalb ist die Not besonders groß“, sagt Michael Dohmen. Sie verteilen die Spenden noch auf zwei weitere Dörfer und unterstützen anschließend beim Kauf und Transport eines Daches für das Haus einer vierköpfigen Familie, die in einer Hütte wohnt, deren Dach undicht ist. „Ohne unsere Hilfe hätte die Familie kein trockenes Winterlager gehabt. Der Vater ist Handwerker und kann das Material aus dem Baumarkt selber verarbeiten“, berichtet Michael Dohmen weiter. Hilfe zur Selbsthilfe sozusagen.

Nach drei Tagen machen sich die beiden wieder auf die Rückreise in die Gemeinde Gangelt. „Wir haben viele Eindrücke gesammelt und viele Gegensätze erlebt – Not und Trauer sowie Freude und Hoffnung liegen in Rumänien mancherorts nur wenige Kilometer auseinander.“ Nicht allen konnten sie helfen – trotzdem kommen sie mit einem dem Gefühl wieder zuhause an, zumindest etwas Leid gelindert zu haben.