Abschlussfeiern am Berufskolleg Ernährung Sozialwesen Technik des Kreises Heinsberg in Geilenkirchen

Geilenkirchen. Im Rahmen von drei ­Abschlussfeiern wurden am Berufskolleg Ernährung – Sozialwesen – Technik in ­Geilenkirchen zum Ende des Schuljahres 230 Schülerinnen und Schüler verabschiedet. Absolventinnen und Absolventen aus 16 verschiedenen Klassen erhielten ihre Abschlusszeugnisse. Sie besuchten Schulformen wie die Berufsfachschule, die Fachschule, die Fachoberschule oder das berufliche Gymnasium.

Neben einer beruflichen Aus- oder Grundbildung erreichte ein Teil der Schülerinnen und Schüler den Abschluss nach Klasse 10, andere erwarben die Fachoberschul-, die Fachhochschul- oder die allgemeine Hochschulreife, auch bekannt als Mittlere Reife, Fachabitur und Abitur. Die Möglichkeiten beruflicher Orientierung reichen am Berufskolleg in Geilenkirchen von unterschiedlichen Berufen in den Bereichen Pflege, Gesundheit und Soziales, zum Beispiel der Kinderpflege, der Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher oder zum Heilerziehungspfleger/zur Heilerziehungspflegerin, bis zu verschiedenen technischen Schwerpunkten wie Metall-, Bau- und Holztechnik sowie Informations- und Kommunikationstechnik.

„Geschenkte Talente“ – unter diesem Motto standen die ökumenischen Abschlussgottesdienste in der Geilenkirchener Pfarrkirche St. Marien, die vom evangelischen Schulpfarrer Dietmar Ernst und seinem katholischen ­Kollegen, Pastoralreferent Bernhard ­Kozikowski, gefeiert und gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern gestaltet wurden.

Studierende der Fachschule für Sozialpädagogik, also angehende Erzieher*innen, trugen ihre Überlegungen zu Talenten und Bildung bei: „Das Wichtigste ist, dass jeder Mensch in seiner Persönlichkeit ganz einzigartig und wertvoll ist und dass Gott jedem von uns ganz bestimmte Begabungen geschenkt hat. Wir haben die Aufgabe, diese zu entdecken und zu nutzen.“

Pfarrer Ernst griff diese Gedanken in seiner Ansprache auf, gratulierte den Absolvent*innen für ihre hart erarbeiteten Abschlüsse, lud aber auch zum Dank ein: „Dass wir solche Möglichkeiten haben, ist ein Geschenk Gottes und alles andere als selbstverständlich.“ Er erinnerte an das biblische Gleichnis von den Talenten, damals großen Geldsummen, die drei Dienern anvertraut worden waren, und mit denen sie sehr unterschiedlich umgingen.

Die Schüler*innen ermunterte er, ihre ganz eigenen künstlerischen, technischen, sozialen Talente zu finden und dann etwas daraus zu machen. „Schön, wenn die Zeit am Berufskolleg dabei eine Hilfe sein konnte.“ Er legte ihnen ans Herz, sich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen und nahm dabei auch auf aktuelle Ereignisse Bezug: „Denn unsere Welt ist im Umbruch. Wir brauchen gerade junge talentierte Menschen, die neu und quer denken.“ „Zukunft will heute neu gedacht und gestaltet werden.“ Hier erwähnte er die Digitalisierung, die Erneuerung der Politik sowie den Klimaschutz, für den sich vor allem junge Menschen derzeit engagierten.

Bevor er die Absolvent*innen mit einem Segen verabschiedete, gratulierte er ihnen noch einmal herzlich: „Heute jedenfalls haben Sie allen Grund zu feiern – und wir mit Ihnen. Sie haben es sich verdient, zur Ruhe zu kommen. Und Sie brauchen das auch. Denn neue Herausforderungen warten längst auf Sie. Vorbereitet darauf sind Sie.“

Auch bei den anschließenden Feierstunden im Forum des Berufskollegs drehte sich alles um Talente. Der stellvertretende Schulleiter Henning Gerlach dankte den Lehrer*innen und Eltern, welche die Absolvent*innen bei der Arbeit an ihren Talenten unterstützt und ermutigt haben.

„Ob Sie ein Talent für den Umgang mit Kindern oder behinderten Menschen haben, ob Sie ein Konstruktionstalent oder ein besonders talentierter Programmierer sind, oder ob Sie ein ganz anderes Talent haben, das müssen Sie in sich selbst suchen.“ Er hoffe, dass ihre Zeit am Berufskolleg dazu hat beitragen können. Schließlich habe das Berufskolleg sich die Talentsuche im Projekt „Talentscouting“ auf die Fahnen geschrieben. Darüber hinaus hätten sie an dieser „Schule der Vielfalt“ die Chance gehabt, Menschen kennenzulernen, die in Herkunft, Begabung, kultureller, sexueller und religiöser Identität sehr unterschiedlich seien. Er verband dies mit der Hoffnung, dass sie dadurch gelernt hätten, andere Meinungen ernst zu nehmen, und sich für einen Interessensausgleich einzusetzen. „Und wir wünschen uns, dass dies alles dazu führt, dass auch Sie sich in unserer Gesellschaft für ein friedliches Miteinander einsetzen.“ Für ihren zukünftigen Weg wünschte er den Absolvent*innen auch im Namen des gesamten Kollegiums und aller Mitarbeiter*innen alles Gute, Gesundheit und Erfolg – ob sie nun in die Berufstätigkeit oder ein Studium wechselten oder auch wieder zur Schule zurückkehrten, um die nächste Etappe ihres beruflichen Werdegangs in Angriff zu nehmen.

Dann wurde es „ernst”: in den drei Feierstunden wurden insgesamt 230 Zeugnisse durch den stellvertretenden Schulleiter und die Klassenlehrer*innen verliehen. Aufgelockert wurden die Zeremonien durch zahlreiche Beiträge der Abschlussklassen, mit denen diese ihr Engagement und ihre vielfältige Kreativität unter Beweis stellten. So hatten sie zahlreiche Videobeiträge vorbereitet, die Einblicke in gemeinsame Unternehmungen wie Ausflügen, Klassenfahrten und Projekte, aber auch in den Schul- und Ausbildungsalltag gewährten.

In Ansprachen, Liedern und Gedichten wurden manche Eigenheiten der Lehrer*innen durchaus liebevoll aufs Korn genommen und ihre typischen Sprüche zitiert. So drehten die Abiturient*innen des Beruflichen Gymnasiums mit Erzieher*innenausbildung den Spieß herum und verliehen ihren Lehrer*innen ganz individuell gestaltete Zeugnisse mit Schulfächern wie „Humor“, „Kreativität“ und „Türschildgestaltung“.

Viele Klassen nutzten zudem die Gelegenheit, sich den Worten des stellvertretenden Schulleiters anzuschließen und den Lehrer*innen zu danken, welche sie zum Teil über mehrere Jahre auch in kritischen Zeiten bis zu den Prüfungen begleitet hatten.

Mehrere Klassenlehrer*innen ließen es sich ihrerseits nicht nehmen, ihren Klassen gute Wünsche zu überbringen und sie an gemeinsam Erlebtes und Erlittenes zu erinnern.

SV-Lehrerin Ursula Göricke dankte besonders dem Schüler*innensprecher Kai Krieger und seiner Vertreterin Franziska Formen, die sich in der Schülervertretung besonders engagiert hatten, unter anderem mit der jährlichen Blutspendenaktion und den Projekttagen am Schuljahresende. Die Projekttage hob Kai Krieger in seiner eigenen Rede ebenfalls hervor, denn sie hätten wieder einmal gezeigt, wie viele und vielfältige Talente in der Schüler*innenschaft schlummerten und sich manchmal erst bei der eigenständigen Gestaltung der zahlreichen Workshops offenbarten.
Ein Beispiel für ein solches, von einer Lehrer*in zufällig entdecktes Talent aus den Reihen der Schüler*innen: der Magier „Luce Magic“ begeisterte das Publikum mit seinen Zauberkünsten, las die Gedanken der Zuschauer*innen, erriet Spielkarten und ließ Münzen verschwinden – und gottseidank auch wieder auftauchen.

Zum Schluss der Abschlussfeiern dankten der stellvertretende Schulleiter und seine Kollegin Monika Schumacher als Moderatorin der Feiern den zahlreichen Helferinnen und Helfern aus dem Kollegium und den Unterstufenklassen, die ihre vielfältigen Talente zum Einsatz gebracht und sich auf verschiedenste Weise an der Gestaltung der Gottesdienste, Feierstunden und Empfänge beteiligt hatten – ob im Schüler-Lehrer-Chor, in der Veranstaltungstechnik oder beim Servieren der im Haus kreierten Köstlichkeiten.                                          

MS


INFO!
Mehr zu Bildungsgängen und Aktivitäten am Berufskolleg: www.berufskolleg-geilenkirchen.de
Hier finden Sie auch weitere Informationen zur Teilnahme des Berufskollegs EST am Antidiskriminierungsprojekt „Schule der Vielfalt“ sowie zur Zusammenarbeit mit RWTH und FH Aachen beim Talentscouting.