Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt bei Kindern und Jugendlichen im Kreis Heinsberg: Feierliche Eröffnung des Standortes in Geilenkirchen!

Foto: Caritas HS

 

Geilenkirchen. Bei strahlendem Sonnenschein feierten die Gäste die Neueröffnung des Standortes Geilenkirchen der Fachberatungsstelle. Unter den geladenen Gästen begrüßte Gottfried Küpppers, Vorstand des Caritasverbandes Heinsberg, neben der stellvertretenden Bürgermeisterin auch einige Vertreter der verschiedenen Jugendämter des Kreises. Die Arbeiterwohlfahrt und der Kinderschutzband als Kooperationspartner der Fachberatungsstelle waren mit mehreren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort, um dem Caritasverband beim Startschuss symbolisch zur Seite zu stehen.

Nach eindrucksvollen Worten von Gottfried Küppers schilderte Joachim Siebmanns vom Kreisjugendamt Heinsberg die Entstehungsgeschichte der Fachberatungsstellen in der Region.  Als dritte und letzte Rednerin betonte Sylke Kreyes eindringlich, dass die kommenden Aufgaben sehr anspruchsvoll und wichtig sind. Es ginge darum, den Menschen mit Fachlichkeit und Kompetenz helfen zu können. „Wir sind ungemein froh, dass es jetzt endlich losgehen kann, weil es ganz einfach bitter notwendig ist“, sagt sie abschließend.

Die neue Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt bei Kindern und Jugendlichen im Kreis Heinsberg ist eine Kooperation der drei Träger Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Heinsberg, dem Kinderschutzbund Erkelenz und dem Caritasverband Heinsberg und wird von den fünf Jugendämtern im Kreis getragen. Sie hat drei Standorte: Geilenkirchen, Erkelenz und Heinsberg und kann somit das gesamte Kreisgebiet flächendeckend versorgen.

Das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW hat sich mit dem flächendeckenden Ausbau der spezialisierten Beratung ein großes Ziel gesetzt. Die drei Standorte freuen sich, dass sie mit dem neuen Angebot dazu beitragen werden, dass der Kreis Heinsberg kein weißer Fleck bei der spezialisierten Beratung mehr bleibt.

Die Thematik sexualisierte Gewalt bei Kindern und Jugendlichen und deren Auswirkungen und Folgen sind für die Mitarbeiterinnen in den Beratungsstellen kein neues Thema. Eine spezialisierte Beratung bietet jedoch neue und intensivere Möglichkeiten Prävention, Krisenintervention und Beratung anzubieten und sich noch intensiver dieser wichtigen Arbeit zu widmen.

Die Dunkelziffer der Fälle sexualisierter Gewalt ist vermutlich sehr hoch. Deswegen ist ein gutes Beratungs- und Präventionsangebot so bedeutsam. Nur wenn möglichst viele Fachkräfte in den Kitas, Schulen und Vereinen geschult und sensibilisiert sind, können die betroffenen Kinder und Jugendliche erreicht werden.

Dunkelfeldforschungen aus vergangen Jahren haben ergeben, dass jeder siebte bis achte Erwachsene in seiner Kindheit sexuelle Gewalt erlebt hat. In Fachkreisen geht man davon aus, dass in jeder Schulklasse ein bis zwei Schüler*innen sind, die sexualisierte Gewalt erleben oder erlebt haben. Dies gilt es zu erreichen.

Mit dem Start der neuen Fachberatungsstelle wird es nicht getan sein. Um eine gute fachliche Arbeit weiter aufzubauen werden die drei Kooperationspartner gemeinsam beschriebene fachliche Standards mit den fünf Jugendämtern im Kreis fortführend umsetzen.

Die Beraterinnen des Standortes Geilenkirchen Frau Schön, Frau Schmiemann und Frau Ottenburger arbeiten mit dem Team der bereits bestehenden Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche eng zusammen. Dies ermöglicht einen guten fachlichen Austausch mit den anderen Fachkräften.

Im Haus in der Martin-Heyden-Straße 13 in Geilenkirchen befindet sich jetzt die Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt, die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche und die Schwangerschaftsberatungsstelle. Viel Beratung und Hilfen für Familien und viel Fachkompetenz unter einem Dach.


Bildunterschrift: Sylke Kreyes (links), Leiterin der Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt bei Kindern und Jugendlichen in Geilenkirchen, begrüßte zahlreiche Gäste zur feierlichen Eröffnung.