Intensivmediziner sehen noch keine Entspannung bei Corona

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Foto: Krankenhaus (über dts Nachrichtenagentur)



Berlin (dts Nachrichtenagentur). Auf den Corona-Intensivstationen in Deutschland gibt es nahezu keine geimpften Patienten ohne Vorerkrankung. "Die allermeisten Patienten, die wir behandeln - das wissen wir aus den Gesprächen mit vielen Kollegen großer deutscher Intensivstationen - sind gar nicht oder nicht vollständig geimpft", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Mittwochsausgabe). Die geimpfte Minderheit auf den Intensivstationen bestehe zu großen Teilen aus älteren Patienten, deren zweite Impfung schon weit zurückliege.

"Diese Menschen leiden in aller Regel zudem unter schweren chronischen Krankheiten", sagte Marx. Die Kapazitäten für freie Betten auf den Intensivstationen seien aktuell relativ stabil. "Im Moment sind wir in einer Plateau-Phase, wir stagnieren bei etwa 1.300 Covid-Intensivpatienten. Die Lage ist unter Kontrolle", sagte Marx. "Wir sind inzwischen handlungsfähig und haben im Schnitt zwei freie Intensivbetten pro Standort", so Marx weiter. Von einer Entspannung sei aber keineswegs zu sprechen.

Weiterhin sei Covid-19 für die Intensivmedizin eine "große Belastung", die Lage auf den Intensivstationen werde inzwischen aber "nicht mehr immer und zu allererst von Corona bestimmt", so Marx weiter: "Wir sind in einer sehr offenen Situation, Prognosen für die kommenden Monate sind kaum möglich."