Studie: Mehrweg ist Generationenfrage

Berlin (dts Nachrichtenagentur). Die Nutzung von Mehrweg ist in Deutschland eine Generationenfrage. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA im Auftrag des Deutschen Brauer-Bundes (DBB), über welche die „Welt am Sonntag“ berichtet. So antworteten auf die Frage „Kaufen Sie oder jemand in Ihrem Haushalt zumindest ab und zu Getränke in Mehrwegflaschen und/oder Mehrwegkisten?“ 59 Prozent der befragten 18- bis 29-Jährigen mit „ja“.

Zum Vergleich: Bei den Über-60-Jährigen liegt der Zustimmungswert bei 86 Prozent. Dazwischen gilt ebenfalls: Je älter die Verbraucher, desto eher greifen sie zu Mehrweg. Deutliche Unterschiede zeigen sich zudem auch zwischen verschiedenen Einkommensklassen.

So nutzen Befragte mit einem Verdienst von weniger als 1.000 Euro nur zu 61 Prozent Mehrweggebinde. Mit steigenden Einkommen erhöht sich dieser Anteil dann schrittweise auf bis zu 87 Prozent in der höchsten Gehaltsklasse. Sind die wiederverwendbaren Flaschen und Kisten erst gekauft, kommen sie vergleichsweise schnell zurück in den Handel, wie die Umfrage zeigt.

47 Prozent der über 2.000 Befragten bringen ihr Pfand in der Regel binnen einer Woche zurück, weitere 47 Prozent brauchen für die Rückgabe einen Monat. Bei nur vier Prozent der Verbraucher dauert es bis zu einem halben Jahr. Wobei es auch hier eine Diskrepanz zwischen den Altersgruppen gibt.

Dabei gilt: Mit zunehmendem Alter steigt auch die Frequenz der Leergut-Abgabe. „Ein rascher Rücklauf ist wichtig, um den Kreislauf zu erhalten“, sagte Holger Eichele, Hauptgeschäftsführer des Brauer-Bundes, der „Welt am Sonntag“. Nur mit ausreichend Leergut könne die Nachfrage gedeckt werden. Ansonsten komme es zu einer Knappheit, allen voran in den Sommermonaten, vor allem wenn ein großes Fußballturnier stattfindet wie 2020 die Europameisterschaft. Die Politik unterstützt das Mehrwegsystem in Deutschland. In dem seit gut einem Jahr geltenden Verpackungsgesetz hat die Bundesregierung eine Mehrwegquote von 70 Prozent als Zielmarke verankert. Davon aber ist die Getränkewirtschaft in Deutschland weit entfernt. Das Umweltbundesamt (UBA) jedenfalls sieht den entsprechenden Wert mittlerweile bei gerade noch 42,2 Prozent. Und das auch nur, weil die Brauereien ihr Bier verlässlich in Mehrweggebinden abfüllen. Bei knapp 82 Prozent liegt die Quote in diesem Marktsegment. Mineralwasser wiederum kommt auf gerade noch 38 Prozent, bei Erfrischungsgetränken sind es sogar nur 23 Prozent.