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50 Jahre Wildpark Gangelt

Foto: Wildpark Gangelt

Mindergangelt. Ein Jubiläum feiert dieses Jahr der Gangelter Wildpark. Seit mittlerweile 50 Jahren begeistert er Besucher aus Nah und Fern. Dies möchte der Wildpark Gangelt vom 30.05. bis zum 02.06.2019 mit den Besuchern feiern. An diesen Tagen haben Kinder freien Eintritt und es wird ein buntes Programm mit Kinderschminken, Comedy-Acts, Walk-Acts und einen Jahrmarkt anno 1969 geben. Eine „Wildpark Bahn“ fährt durch den Park und am Sonntag spielen die „Original Rodebachtaler“ auf.

Angefangen hat alles 1968. Zeitungen berichteten in großen Artikeln über die Absicht des damaligen Bürgermeisters und Landarztes Dr. Hermann von den Driesch, einen Wildpark anzulegen. Seine Liebe zur Natur und dem Wild sowie seine Verbundenheit mit seinem Heimatort Gangelt hatten ihn auf die Idee gebracht. Am 24. Mai 1969 war es dann soweit. Bei schönstem Wetter und riesigem Besucheransturm eröffnete das „Hochwild-Freigehege Gangelt“ seine Tore. Seitdem konnte der Wildpark in Gangelt sich stetig über steigende Besucherzahlen freuen.

In den 90er Jahren änderten sich die Anforderungen an Wildparks und Zoos. Die Gehege wurden größer gestaltet, den Tieren wurden Rückzugsmöglichkeiten geboten und die Gehege-Strukturen wurden derart verändert, das die Einfriedungen in den Hintergrund traten und das zur Steigerung des Erlebniswertes durch erhöhte Beobachtungspunkte auf trennende Zäune verzichtet werden konnte.

Ein besonderer Blickfang waren und sind die Greifvögel unter der Obhut von Falkner Erwin Janssen. Ob Milane, Bussarde, Falken, Eulen oder Adler, sie alle begeistern die Besucher bei ihren Freiflügen. Die neuste Attraktion ist der Schreiseeadler „Cleo“, der mit tollen Flügen und markanten Rufen fasziniert.

Unvergessen ist der Schwarzmilan „Lausbub“, der bei seinen Freiflügen stets haarscharf über die Köpfe der Zuschauer hinweg strich und sich dabei einmal versehentlich ein Toupet griff und damit in einer hohen Fichte landete, unwiederholbar verloren für seinen dem Gelächter preisgegebenen Eigentümer. Die originellste Schlagzeile aber lieferte sicherlich ein junger Steinbock, der aus dem Gehege ausbrach und in den benachbarten Niederlanden auf der Flucht vor der Polizei mal eben zwei Meter hoch auf einen Balkon sprang. Erst nach einem harten Ringkampf gelang die „Festnahme“ und der Rücktransport in den Park.

Der Wildpark Gangelt leistet unverändert einen Beitrag zur Erhaltung bedrohter Tierarten. Waren es vor Jahren Uhus und Wildkatzen, so werden zurzeit europäische Nerze und in diesem Jahr mit dem neuen Wisentbullen „Eisig“ und zwei neuen Wisentkühen europäische Wisente nachgezüchtet und dann für Ansiedlungsprojekte zur Verfügung gestellt.

Ein großes Thema ist für den Wildpark auch die Umwelt und naturkundliche Bildung. Durch ständige Weiterbildung und Schulung der Mitarbeiter in Qualifizierungs-Seminaren des Deutschen Wildgehege Verbandes kann viel Wissen um Fauna und Flora in speziellen Führungen, gerade auch für Schulklassen, an die Besucher weitergeben werden. Die im „Haus Wildblick“ beheimatete Naturschule bietet naturkundlichen Unterricht in den Themenbereichen: Wildtierkunde-, Natur-, Umwelt- und Erlebnispädagogik verbunden mit naturkundlichen Führungen. Ergänzend führt ein Waldlehrpfad durch den Wildpark und ein Bienenhaus mit speziellen Führungen rundet das Bildungsangebot ab.

Aber nicht nur Bildung, sondern auch Spaß ist wichtig. Dies garantiert seit eh und je der große Abenteuerspielplatz. Stand in den 70er Jahren ein ausgedientes Flugzeug dort - das man extra für die Kinder herbeigeschafft hatte und im Äther für Funk-Aufregung sorgte, weil man es für ein abgestürztes Flugzeug hielt – gibt es heute dort neben den Spielgeräten wie eine Seilbahn, Klettergerüste, Kletternetze auch Picknickplätze. Weitere Informationen zum Wildpark Gangelt unter: www.wildpark-gangelt.com